Zeugnistag

Früher als angekündigt durften wir heute das Zeugnis abholen! 🙂

Total eigenartig für mich war, dass ich mit Leistungsdruck („Alles Einser!“) aufgewachsen bin. Und bei meinem Kind zählte für mich nur durch. Egal wie die Noten sind, ich bin stolz auf mein Kind, weil es so viel kann und weiß, gut kombiniert, erklären kann, reflektiert ist. Was sagt da eine Note schon aus?

Nichts desto trotz – obwohl ich nie etwas in diese Richtung gesagt habe – wurde ich am Vorabend gefragt: „Mama, glaubst du habe ich alles Einser?“ Ach… diese Gesellschaft. *seufz*

Und dann war es soweit. Und nein, es sind nicht alles Einser. 😉 Ich glaube, das ist bei Externistenprüfungen schon der 6-fach-Jackpot. 😀

Da ich selbst zu unserer ersten Prüfung ziemlich unvorbereitet hin bin (und wirklich nur froh bin über das Glück, so ein vifes Kind zu haben, denn einige Dinge haben wir tatsächlich nicht durchgemacht und trotzdem war es möglich einige davon richtig zu beantworten/erledigen), habe ich einfach nur nachgefragt, ob ich denn das Protokoll kopieren könnte, um es für nächstes Jahr besser machen zu können. Da wurde die heute wieder freundliche Direktorin etwas nervös und meinte nur: „Nein, das ist nicht vorgesehen.“ Ich blieb dennoch etwas hartnäckig, weil es mich wirklich interessierte, was dann da alles so mitgeschrieben wurde, bat ich einfach nur jetzt um Einsicht. Noch immer etwas nervös fummelte die Direktorin in ihren Unterlagen und las mir so die wichtigen Punkte vor. 🙂

Die wirkliche Stärke in Mathematik (irgendwie schafft es mein Kind zweistellig im Kopf zu multiplizieren) tat sie als Auswendiglernerei ab, weil er konnte Z und E nicht gut. Da hakte ich nur ein und meinte, dass wir das nie gemacht haben. Schließlich waren Zahlen für mein Kind schon immer eine Spielerei. 😉

Lesen war eh klar, dass wir da dranbleiben müssen. Was mich aber sehr wunderte war, dass die Schreibrichtung (jetzt mit noch mehr vereinfachter Schulschrift) gleich gewichtet wurde, wie das Lesen. Aus meiner Sicht wurde das etwas zu aufgeblasen, denn das ergibt sich dann eh mit der Schreibschrift, wenn der Schreibfluss vorhanden ist. Jetzt ist es feinmotorisch einfach noch eine Herausforderung. 😉 Und auch das Silbenklatschen wurde als Notwendigkeit betont. Ich finde, es ist ja egal, wie ein Kind zur richtigen Silbenanzahl kommt… 😉

Und ja… diese Unzufriedenheit mit dem Schulsystem, dieses Es-muss-so-sein-wie-vorgegeben, dieses Du-schreibst-2-Ziffern-von-10-falsch-Denken bestätigte wieder meinen Weg des häuslichen Unterrichts.

DANKE, dass uns das noch ermöglicht wird. Danke Staat, danke Bildungsdirektion, danke Prüfungskommission und danke Papa – der ja finanziell dafür aufkommt. ❤

Rede doch mit!