Wer kennt das denn noch: „Oh Gott, am Heimweg schläft das Baby nur 5 Minuten ein!“
Für viele Eltern eine kleine Horrorvorstellung. Und ganz viele schauen mich immer so verdutzt an, wenn ich mir wünsche, dass sie einschlafen!
Weil ja, ich kann einfach bei allen meinen Kindern das Glück haben, dass ich sie schlafend vom Auto ins Bett bringe.
Oder aber… ich behaupte ja, es ist auch etwas „Erziehung“ dabei.
Überlegt mal… was will denn das Kind, wenn es schläft? Schlafen. Das ist einfach sein Bedürfnis. Also erfülle ich ihm das. 🙂 Wie? Mit einer Seelenruhe… denn die braucht es, wenn man schlafen soll. Und Sicherheit. Wenn ich nun hektisch – vor lauter, das Kind darf ja nicht aufwachen! – mein Kind aus dem Sitz hieve und schnell schnell damit ins Bett fast schon renne, bei hellstem (künstlichen) Licht, damit ich gut sehe… dann ist es klar, dass sie die Äuglein öffnen. Dann kommt der nächste erhöhte Pulsschlag, weil sich leichte Panik breit macht: „Es hat die Augen offen!!!“ Schnell heftig schaukeln, Schnuller rein, o.Ä.
Ich kann euch sagen, wie wir (ja, da war mein Mann beteiligt 😉 ) das gemacht haben.
Das Kind will einfach nur schlafen. Also werden meine Handlungen noch viel langsamer und liebevoller, als sie es vl bei einem wachen Baby sind. Ich rede mit einer sanften und leisten Stimme, erkläre genau, was ich mache, wo wir sind, was passieren wird. Ganz vorsichtig hebe ich das Kind im Zeitlupentempo aus dem Sitz, achte auf eine angenehme Temperatur. Temperaturunterschiede lassen immer die Alarmglocken läuten… und im Sitz ist es eben nun mal viel wärmer/heißer als außerhalb. Auch für Ministrecken hat sich da eine Decke bewährt. Ich habe davor nur das nötigste Licht eingeschaltet, langsam und behutsam bahne ich mir den Weg. Die Schuhe des Kindes hab ich noch im Sitz ausgezogen, meine sind nur zum Rauschlupfen. Auf meiner Schulter ruht der Kopf des Kindes. Im Schlafzimmer kündige ich wieder an, was passieren wird und was dann passiert. Ganz wichtig, immer zuerst den Popo aufs Bett gleiten lassen, dann erst vorsichtig den Kopf ablegen – bei kopfüber läuten wieder alle Alarmglocken. Wenn dann die Augen mal aufgehen, ist das nur der Sicherheitscheck, ob das Kind wirklich im Bett sind. Einfach ruhig bleiben, gar nicht mehr viel reden, Sicherheit vermitteln, dass alles in Ordnung ist. Schon gehen die Augen wieder zu, das Baby dreht sich nach, ich decke es zu und schleiche mich raus.
Und ja, 100%ig klappt es nie, aber 99. 😉 Und ja, es war harte Arbeit dorthin zu kommen. Warum? Weil das Rundherum passen muss, das Baby vertraut den Eltern zu 1000 Prozent. Wenn ich es also schaffe, dieses Vertrauen zu wahren, ihm die Sicherheit zu vermitteln, dass es ok ist, wenn es hier schläft (weil wir ja zu Hause sind), wieso sollte es dann einfach wach sein wollen? Und ja… es ist eine Einstellung wie man mit dem Kind generell umgeht und noch viel vielschichtiger als einfach nur den optimalen Weg vom Auto ins Bett zu finden, eben am besten schlafend. Aber wenn man das geschafft hat, wird man belohnt.
Mit einem freien Abend oder so. 😉